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Zur Rekonstruktion von Paläoumwelten der Hochlandgesellschaften in Iran aus Sedimentarchiven des holozänen Klima- und Landschaftswandels

Laufzeit: 01.02.2021 - 31.03.2025

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Kurzfassung


Klimawechsel sind ein wesentlicher Faktor des holozänen Umweltwandels,
der die Lebensbedingungen und Landnutzung prämoderner Gesellschaften der
Trockengebiete Irans bestimmt hat. Die Übergangszone zwischen dem
zentralen Zagrosgebirge und dem Inneren Plateau wird von einem
Klimagradienten mit Jahresniederschlägen von c. 500 mm in den Bergen bis
zu weniger als 100 mm in den Beckenlagen geprägt. Solche semiariden bis
ariden Übergangszonen reagieren empfindlich auf Klimawechsel und sind
daher...
Klimawechsel sind ein wesentlicher Faktor des holozänen Umweltwandels,
der die Lebensbedingungen und Landnutzung prämoderner Gesellschaften der
Trockengebiete Irans bestimmt hat. Die Übergangszone zwischen dem
zentralen Zagrosgebirge und dem Inneren Plateau wird von einem
Klimagradienten mit Jahresniederschlägen von c. 500 mm in den Bergen bis
zu weniger als 100 mm in den Beckenlagen geprägt. Solche semiariden bis
ariden Übergangszonen reagieren empfindlich auf Klimawechsel und sind
daher vielversprechende Gebiete, um Klima- und Umweltveränderungen zu
detektieren. Unsere bisherigen Untersuchungen im unteren Becken des
Zayandeh-Rud zeigen, dass hier deutliche Umweltveränderungen während des
Holozäns aufgetreten sind. Zudem gibt es neue Hinweise auf die
menschliche Besiedlung dieses Wüstenrandgebietes. Dabei ergeben sich
Fragen, warum Menschen dort gesiedelt haben und wie sie Zugang zu Wasser
und anderen Ressourcen finden konnten. Unser iranisch-deutsches
Forschungsprojekt und der SPP 2176 bieten einen exzellenten Rahmen, um
gemeinsam zu diesen und weiteren Themen zu forschen. Wir sehen daher ein
großes Potential darin, unsere in der ersten Phase begonnenen Arbeiten
fortzusetzen und zu erweitern und so regionale Analysen der
Mensch-Umweltbeziehungen im Iranischen Hochland zu erarbeiten. In
Fortführung der ersten Phase werden wir Sedimentkerne aus weiteren
Sedimentfallen entnehmen (Ebene von Damaneh, Golpayegan Playa) und diese
mit einem multi-proxy (Granulometrie, Geochemie, Pollen) und
geochronometrischen (Radiokohlenstoff, Lumineszenz) Ansatz
laboranalytisch untersuchen. Hierbei werden Indikatoren und Phasen des
Klima- und Umweltwandels detektiert und abgeleitet. Vergleichende
Studien werden in Untersuchungsgebieten von zwei kollaborierenden
Forschungsprojekten des SPP 2176 durchgeführt. Die aus den Ergebnissen
und früheren Studien abgeleiteten Magnituden und Zeitfenster des Klima-
und Umweltwandels können so für unterschiedliche archäologische Kontexte
interpretiert werden. Ein neues Ziel besteht darin, den Umweltwandel am
Unterlauf des Zayandeh-Rud detailliert zu analysieren. Hierzu werden
wir die Bildung und Austrocknung von Feuchtgebieten, mögliche
Laufverlagerungen des Zayandeh-Rud, die frühere Mobilität des
Dünenfeldes und mögliche Wasserspiegelschwankungen des Gavkhuni-Sees
untersuchen. Die Ergebnisse werden Informationen über diachrone
Veränderungen der Ressourcenverfügbarkeit (insbesondere Wasser und
Vegetation) und über die Genese der archäologischen Fundstellen liefern.
Insgesamt wird das Forschungsprojekt unser Verständis des holozänen
Klima- und Umweltwandels im Iranischen Hochland deutlich voranbringen.
Über die enge Zusammenarbeit mit den archäologischen Fachdisziplinen
erhoffen wir uns zudem ein klares Bild von Mensch-Umweltbeziehungen in
iranischen Trockenräumen.
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  • Holozän
  • Seesedimente
  • Datierung
  • Klimaereignisse
  • Klimaproxy

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Publikation


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