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Verbesserte Prognoseabschätzung des Langzeitüberlebens bei HR-positiven, HER2-negativen frühen Mammakarzinomen (T1–3N0–1M0) durch EPclin im Vergleich zu klassischen klinisch‑pathologischen Prognosefaktoren – eine retrospektive Beobachtungsstudie am Brustzentrum Mainz

Laufzeit: 01.01.2025 - 31.12.2028

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Kurzfassung


Hintergrund und wissenschaftliche Relevanz

Das hormonrezeptorpositive, HER2‑negative Mammakarzinom stellt die häufigste Subgruppe des frühen Brustkrebses dar. Die adjuvante Therapieentscheidung basiert traditionell auf klinisch‑pathologischen Faktoren wie Tumorgröße, Nodalstatus, histologischem Grading, Ki‑67 sowie dem Alter der Patientin. Trotz dieser etablierten Parameter bleibt die individuelle Prognoseabschätzung, insbesondere im Hinblick auf das Langzeitüberleben, limitiert.

Multigene‑...
Hintergrund und wissenschaftliche Relevanz

Das hormonrezeptorpositive, HER2‑negative Mammakarzinom stellt die häufigste Subgruppe des frühen Brustkrebses dar. Die adjuvante Therapieentscheidung basiert traditionell auf klinisch‑pathologischen Faktoren wie Tumorgröße, Nodalstatus, histologischem Grading, Ki‑67 sowie dem Alter der Patientin. Trotz dieser etablierten Parameter bleibt die individuelle Prognoseabschätzung, insbesondere im Hinblick auf das Langzeitüberleben, limitiert.

Multigene‑Expressionsassays wie EndoPredict® wurden entwickelt, um die biologische Tumoraggressivität besser abzubilden. Der daraus abgeleitete EPclin‑Score integriert molekulare Information mit klinischen Parametern (Tumorgröße, Nodalstatus) und zeigte in mehreren Studien eine verbesserte Vorhersage des Fernrezidivrisikos, insbesondere für späte Rezidive. Während der Einfluss von EPclin auf Therapieentscheidungen gut untersucht ist, existieren bislang nur begrenzte Real‑World‑Daten, die den prognostischen Mehrwert von EPclin gegenüber klassischen Prognosefaktoren für das Langzeitüberleben in einem unselektierten klinischen Kollektiv adressieren.

Die vorliegende Dissertation baut auf einem bereits publizierten Mainzer Kollektiv auf und erweitert dieses um weitere Patientinnen bis Oktober 2021. Im Gegensatz zu vielen bisherigen Arbeiten werden alle geeigneten Patientinnen eingeschlossen – unabhängig davon, ob ein Genexpressionstest durchgeführt wurde. Dadurch soll untersucht werden, ob EPclin das Langzeitüberleben präziser vorhersagt als konventionelle klinisch‑pathologische Modelle.

Zielsetzung und Fragestellung
Primäre Fragestellung

Lässt sich das Langzeitüberleben (Gesamtüberleben und krankheitsfreies Überleben) von Patientinnen mit HR‑positivem, HER2‑negativem T1–3N0–1M0 Mammakarzinom durch den EPclin‑Score genauer vorhersagen als durch klassische klinisch‑pathologische Prognosefaktoren?

Sekundäre Fragestellungen

Wie unterscheiden sich Überlebensendpunkte zwischen EPclin‑Risikogruppen im Langzeitverlauf?

Welchen zusätzlichen prognostischen Informationsgewinn liefert EPclin gegenüber etablierten Prognosemodellen?

Wie verhält sich die prognostische Aussagekraft von EPclin in Subgruppen (z. B. nodal positiv vs. negativ, prä‑ vs. postmenopausal)?

Gibt es Diskrepanzen zwischen klinisch‑pathologischer Risikoeinschätzung und EPclin‑basierter Prognose?

Studiendesign

Retrospektive, monozentrische Beobachtungsstudie.

Studienpopulation
Einschlusskriterien

Weibliche Patientinnen mit primärem invasivem Mammakarzinom

HR‑positiv (ER und/oder PR positiv)

HER2‑negativ

Tumorstadium T1–3

Nodalstatus N0–1

Kein Nachweis von Fernmetastasen (M0)

Primäre Operation im Brustzentrum Mainz

Diagnosezeitraum: Oktober 2016 bis Oktober 2021

Ausschlusskriterien

Neoadjuvante Chemotherapie

Primär metastasierte Erkrankung

Vorangegangenes invasives Mammakarzinom

Unvollständige klinische oder pathologische Basisdaten

Datenbasis und Datenerhebung

Die Datengrundlage bildet das prospektiv geführte klinische Tumordokumentationssystem des zertifizierten Brustzentrums Mainz. Ergänzend werden pathologische Befunde, Tumorkonferenzprotokolle sowie Verlaufs‑ und Überlebensdaten aus den Krankenakten erhoben.

Für Patientinnen mit durchgeführtem EndoPredict®‑Test werden EP‑ und EPclin‑Scores dokumentiert. Patientinnen ohne Genexpressionstest dienen als Vergleichskollektiv zur Bewertung klassischer Prognosemodelle.

Variablen
Klinisch‑pathologische Variablen

Alter bei Erstdiagnose

Menopausenstatus

Tumorgröße (pT)

Nodalstatus (pN)

Histologischer Typ

Histologisches Grading

ER‑ und PR‑Status

Ki‑67‑Proliferationsindex

Adjuvante Therapie (endokrin, Chemotherapie)

Molekulare Variablen

EndoPredict®‑Score

EPclin‑Score (kontinuierlich und dichotomisiert in Low‑ vs. High‑Risk)

Endpunkte

Gesamtüberleben (Overall Survival, OS)

Krankheitsfreies Überleben (Disease‑Free Survival, DFS)

Zeit bis zum Fernrezidiv

Statistisches Konzept

Deskriptive Statistik zur Charakterisierung des Gesamtkollektivs

Kaplan‑Meier‑Analysen für OS und DFS in Abhängigkeit von EPclin‑Risikogruppen

Univariable und multivariable Cox‑Regressionsmodelle zur Analyse prognostischer Faktoren

Vergleich der prognostischen Güte klassischer Modelle versus EPclin mittels C‑Index und Likelihood‑Ratio‑Tests

Subgruppenanalysen (z. B. N0 vs. N1)

Die statistische Auswertung erfolgt explorativ. Ein Signifikanzniveau von p < 0,05 wird verwendet.

Ethik und Datenschutz

Die Studie erfolgt gemäß der Deklaration von Helsinki. Ein positives Ethikvotum der Ethikkommission der Universitätsmedizin Mainz liegt vor bzw. wird eingeholt. Die Datenauswertung erfolgt pseudonymisiert.

Erwartete Ergebnisse und Bedeutung

Es wird erwartet, dass EPclin eine überlegene prognostische Aussagekraft für das Langzeitüberleben im Vergleich zu klassischen klinisch‑pathologischen Prognosefaktoren zeigt. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, den Stellenwert von EPclin nicht nur für Therapieentscheidungen, sondern auch für die langfristige Prognoseabschätzung im klinischen Alltag weiter zu stärken.

Perspektive

Die Arbeit liefert Real‑World‑Langzeitdaten aus einem unselektierten Kollektiv und kann eine Grundlage für zukünftige prospektive Studien sowie für die Weiterentwicklung individualisierter Therapie‑ und Nachsorgekonzepte darstellen.
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Veröffentlichungen



Beteiligte Einrichtungen