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Bildungsabschlüsse am europäischen Arbeitsmarkt: eine informationsökonomische Analyse

Laufzeit: 01.03.2002 - 01.06.2005

Kurzfassung


Dipl.-Volksw. Tanja Machalet: Es wird untersucht, ob und inwiefern Unternehmen, die auf die Rekrutierung von Arbeitskräften aus unterschiedlich strukturierten Bildungssystemen angewiesen sind, systematisch zwischen nationalen Bildungsabschlüssen differenzieren, die aus Sicht der EU als gleichwertig gelten. Welche Konsequenzen resultieren daraus für den Wettbewerb zwischen den Bildungssystemen? Ist zu erwarten, dass sich im Zuge eines fortschreitenden Regulierungswettbewerbs ein dominantes...Dipl.-Volksw. Tanja Machalet: Es wird untersucht, ob und inwiefern Unternehmen, die auf die Rekrutierung von Arbeitskräften aus unterschiedlich strukturierten Bildungssystemen angewiesen sind, systematisch zwischen nationalen Bildungsabschlüssen differenzieren, die aus Sicht der EU als gleichwertig gelten. Welche Konsequenzen resultieren daraus für den Wettbewerb zwischen den Bildungssystemen? Ist zu erwarten, dass sich im Zuge eines fortschreitenden Regulierungswettbewerbs ein dominantes System herauskristallisieren wird, das den Qualifikationsanforderungen von Unternehmen am besten entspricht, oder werden diese durch Selbstregulierung weitgehend unabhängig von nationalen Bildungssystemen?
Vorgehen: Ausgangspunkt ist die geringe Mobilität(sbereitschaft) von Arbeitnehmern innerhalb der EU, die seit der Vollendung des Binnenmarktes 1993 zwar grundsätzlich gewährleistet, jedoch bisher weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Als ein Problem bei der internationalen Rekrutierung wird oft die fehlende Transparenz von Bildungsabschlüssen ins Feld geführt. Zwar haben die EU und das Europäischen Zentrum zur Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Absichtserklärungen, Richtlinien und Übersichten zur Stärkung der Transparenz und einer verbesserten Anerkennung von Abschlüssen erarbeitet, diese scheinen jedoch in der Praxis kaum hilfreich zu sein.; Zunächst soll deshalb in Anlehnung an Spence (1973) generell erläutert werden, welche Bedeutung Arbeitgeber den sog. credentials bei der Rekrutierung beimessen. Daraufhin werden diese Bildungszertifikate als Produkt nationaler Bildungs(produktions)systeme charakterisiert. Diese Produktionssysteme stehen unter zunehmendem Wettbewerbsdruck (in Form eines Reputationswettbewerbs), der gerade in den letzten Jahren zur Orientierung an best practices und dem Versuch der Übernahme verschiedener Regulierungen geführt hat (z.B. die neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse in Deutschland). Ziel ist die Verbesserung der Produktqualität, d.h. die Qualität der ausgebildeten Arbeitskräfte, so dass sich hier die Frage ergibt, in welcher Form Arbeitgebern diese Qualität signalisiert wird und wie sie diese bewerten.
Aus den theoretischen Überlegungen sollen Implikationen für die empirische Untersuchung des Umgangs von Unternehmen mit den differierenden Produktqualitäten abgeleitet werden. Als Forschungsfeld bietet sich der Banken- und Finanzdienstleistungssektor in Luxemburg an. Dieser ist gekennzeichnet durch eine langjährige Erfahrung im Umgang mit unterschiedlichen nationalen Bildungsabschlüssen. Hinzu kommt, dass hier aufgrund der Mehrsprachigkeit weitgehend von dem Problem fehlender Sprachkenntnisse bei der Rekrutierung abstrahiert werden kann. Aufgrund der großen Anzahl an Banken und anderen Finanzdienstleistern in Luxemburg besteht die Möglichkeit, zu validen Aussagen und Implikationen für die weitere Forschung gelangen zu können.
Stand: Die umfangreichen Studien des Europäischen Zentrums zur Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP), die sich mit der Frage der Transparenz von Bildungsabschlüssen auseinandersetzen, wurden aufgearbeitet; ebenso die Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Bildungsbereich auf EU-Ebene. Die bisher durchgeführten empirischen Studien zur Bedeutung von credentials auf dem Ar-beitsmarkt wurden gesichtet und kategorisiert. Die Literatur wurde aufgearbeitet und erste Schritte unternommen, daraus Hypothesen für die empirische Studie abzuleiten.
Arbeits- und Zeitplanung:
01/2004-06/2004: Konzeption der empirischen Untersuchung;
07/2004-12/2004: Durchführung der Studie
01/2005-06/2005: Auswertung und Nieder-schrift der Dissertation
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Beteiligte Einrichtungen