Die Toten des Pogroms 1938 auf dem Gebiet der heutigen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland
Laufzeit: 01.03.2023 - 09.11.2026
Partner: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz, Förderkreis Synagoge Laufersweiler,Verein für Sozialgeschichte Mainz, Landeszentrale für politische Bildung Saarland
Förderung durch: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
Kurzfassung
Obwohl der 9. November 1938 zunächst als "Reichskristallnacht", später als Novemberpogrom ein markantes Datum im kollektiven Gedächtnis der deutschen Gesellschaft darstellt, so existieren paradoxerweise immer noch große Wissenslücke im Detail. Das gilt auch für die Anzahl der Opfer. Die in einem Geheimbericht des Obersten Parteigerichts vom 13. Februar 1939 genannte Zahl der Toten, nämlich 91, lässt sich immer noch in Publikationen finden, obwohl seit nunmehr 15 Jahren mehr oder minder...Obwohl der 9. November 1938 zunächst als "Reichskristallnacht", später als Novemberpogrom ein markantes Datum im kollektiven Gedächtnis der deutschen Gesellschaft darstellt, so existieren paradoxerweise immer noch große Wissenslücke im Detail. Das gilt auch für die Anzahl der Opfer. Die in einem Geheimbericht des Obersten Parteigerichts vom 13. Februar 1939 genannte Zahl der Toten, nämlich 91, lässt sich immer noch in Publikationen finden, obwohl seit nunmehr 15 Jahren mehr oder minder öffentlich diskutiert wird, dass die Zahl nicht stimmen kann. Nordrhein-Westfalen war 2019 das erste Bundesland, das eine gesicherte Anzahl von Toten des Pogroms 1938 auf seinem heutigen Gebiet dokumentiert hat. Dort konnten allein 131 Tote nachgewiesen werden. [Bastian Fleermann/Gerd Genger/Hildegard Jakobs/Immo Schatzschneider: Gedenkbuch für die Toten des Pogroms 1938 auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2019].
Neben den direkten Opfern der Gewaltexzesse am 9. und 10. November 1938 selbst sind auch diejenigen Opfer zu zählen, die anlässlich der Novemberereignisse als "Aktionsjuden" in die Konzentrationslager eingewiesen worden waren und dort an den Folgen von Misshandlungen, ausgebliebener medizinischer Versorgung, Krankheiten oder direkter Tötungshandlungen ums Leben kamen, sich durch Suizid (bis zum Jahresende) den antisemitischen Entwicklungen entzogen haben oder die an den Spätfolgen des Pogroms nach dem Jahreswechsel 1938/39 verstarben.
Auf Initiative der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB RLP) hat sich 2023 eine Arbeitsgruppe gebildet, die eine entsprechende Publikation für das eigene Bundesland erstellen wird. Koordiniert werden die Arbeiten von Carolin Manns (Förderkreis Synagoge Laufersweiler). Beteiligt sind ferner: Bernhard Kukatzki (LpB RLP), Ulrike Holdt (NS-Dokumentationszentrum RLP), Christof Pies (Förderkreis Synagoge Laufersweiler), Walter Rummel (ehem. Leiter des Landesarchivs Speyer), Henrik Drechsler (Verein für Sozialgeschichte Mainz) und Thomas Grotum (Forschungs- und Dokumentationsstelle SEAL der Universität Trier). Für die Bearbeitung des Saarlandes ist Sabine Graf (LpB Saarland) zum Team gekommen.
Zudem wurde die (Wander-)Ausstellung "Die Toten des Pogroms 1938 in Rheinland-Pfalz" realisiert, die seit dem 29. Oktober 2025 im genannten Bundesland zu sehen ist. » weiterlesen» einklappen