Wechselwirkung von Modellorganismen des Darmmikrobioms mit Colon-Organoiden: Wieviel „Darm“ lässt sich ex vivo modellieren?
Laufzeit: 01.06.2025 - 31.05.2026
Kurzfassung
Das Darmmikrobiom hat in der letzten Dekade ein hohes Maß an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit erzielt. Nicht nur Darmerkrankungen scheinen von den mikrobiellen Kommensalen stark beeinflusst, sondern auch Erkrankungen anderer, nicht direkt mit dem Darm verbundener Organe wie z.B. Erkrankungen des Gehirns. Zudem sind das Wohlergehen des Wirts und die Qualität des Alterns hiermit verknüpft. Damit bietet es einen, für lange ignorierten, Ansatzpunkt für diagnostische aber auch therapeutische...Das Darmmikrobiom hat in der letzten Dekade ein hohes Maß an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit erzielt. Nicht nur Darmerkrankungen scheinen von den mikrobiellen Kommensalen stark beeinflusst, sondern auch Erkrankungen anderer, nicht direkt mit dem Darm verbundener Organe wie z.B. Erkrankungen des Gehirns. Zudem sind das Wohlergehen des Wirts und die Qualität des Alterns hiermit verknüpft. Damit bietet es einen, für lange ignorierten, Ansatzpunkt für diagnostische aber auch therapeutische Zwecke.
Die Untersuchung des Darmmikrobioms am gesamten Organismus ist durch die enorme Komplexität des Unterfangens extrem schwierig: nicht nur ist das Mikrobiom komplex und aus Tausenden verschiedener Organismen zusammengesetzt, auch der Wirt bringt über innere und äußere Faktoren (beim Menschen: Lifestyle) ein hohes Maß an Diversität in die bilaterale Wechselwirkung ein. Dieses System durch Vereinfachung handhabbar und analysierbar zu gestalten, stellt eine der Herausforderungen derzeitiger Forschung am Darm/Darmmikrobiom dar.
Ziel des hier gestellten Projektantrages ist es daher, ein geeignetes Modell zur Untersuchung der Auswirkung mikrobieller Modellorganismen auf zunächst das Darmepithel zu etablieren. Dies soll durch Injektion ausgewählter Darmbakterien in das Lumen von Maus-Colon-Organoiden ermöglicht werden. Da die Colon-Organoide eingefroren und über mehrere Passagen genutzt werden können, stellen sie einen Ansatz zur Erfüllung der 3R Grundsätze des Tierschutzes (explizit „reduce“) dar. Zudem stellt die 3D-Kultur von Zellen und Zellkombinationen eine State-of-the-Art-Technik dar, von deren Erlernen Studierende für ihre zukünftigen Berufsfelder profitieren können.
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