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Investigative Aesthetics. Das Meer als Wissensspeicher in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

Laufzeit: ab 01.12.2017

Partner: Dr. Andrea Dietrichs (Kunstgeschichte Universität Trier)

Kurzfassung


Maritime Räume, die in ihrer Fragilität unberührt von besiedelter Nutzung sind, gleichwohl aber unter den ökologischen Auswirkungen menschlichen Handels lei-den, stehen im Zentrum dieses interdisziplinären Forschungsprojekts.
Neben dem kommerziellen, seit der Antike beständig professionalisierten Transport von Waren und Gütern lässt sich in maritimen Habitaten zunehmend ein anderes, meist unsichtbares Beförderungssystem beobachten: das Wasser dient zugleich als Transportmedium menschlicher...
Maritime Räume, die in ihrer Fragilität unberührt von besiedelter Nutzung sind, gleichwohl aber unter den ökologischen Auswirkungen menschlichen Handels lei-den, stehen im Zentrum dieses interdisziplinären Forschungsprojekts.
Neben dem kommerziellen, seit der Antike beständig professionalisierten Transport von Waren und Gütern lässt sich in maritimen Habitaten zunehmend ein anderes, meist unsichtbares Beförderungssystem beobachten: das Wasser dient zugleich als Transportmedium menschlicher Abfälle und chemischer Stoffe; Es wird zu einer Art ‚flüssigem Gift’. Auch die Erwärmung der Ozeane und die damit einhergehende Veränderung ihres PH-Gehaltes sind Faktoren, die im Wasser gespeichert sind, weiter-transportiert werden und andernorts zu dramatischen Verschiebungen im ökologi-schen Gleichgewicht führen. Meeresbewohner müssen in kältere Regionen migrie-ren, andere Biotope sind dem Untergang geweiht. Das Wasser ist aber nicht nur ein Archiv menschlicher Abfälle, sondern selbst of agens der Geschichte, wenn es in Fol-ge der Erderwärmung flache Küstenregionen überspült und auf diese Weise terrestri-sche und aquatische Migrationsbewegungen auslöst.

Im Rahmen des in Trierer Forschungsprojektes sollen Kunstwerke unterschiedlicher Medien untersucht werden, die sich mit der fluiden Verbreitung chemischer oder physikalischer Verunreinigungen auseinandersetzen. Von Interesse sind dabei doku-mentarische wie investigative Bildstrategien, die auf ökologische Missstände hinwei-sen und ihre vielfältigen Auswirkungen in humaner und non-humaner Dimension auf-zeigen. Zeitlich beschränkt sich die Auswahl der Werke auf das 19.-21.Jh. und damit auf die ökologischen Folgen des (post-)industriellen Zeitalters, die sich vor allem in der Fotografie und seit den 1990er Jahren auch im bewegten Bild mitteilen.
Ziel des Projektes ist nicht die moralische Bewertung umweltpolitischer Praktiken, son-dern die Analyse von Kunstwerken die im Kontext des global activism auf die Ver-schmutzung der Meere hinweisen und mit Hilfe moderner Technologien und neuer Bildästhetiken konkrete Lösungsvorschläge unterbreiten. Strebt das Projekt die syste-matische Erforschung bildbasierter Daten (Karten, Satellitenbildern, Diagrammen etc.) zur Darstellung maritimer Räume und Habitate an, verortet sich das Forschungs-vorhaben methodisch im Bereich der Bildwissenschaft. Vor diesem Hintergrund ist auch der Aufbau einer Open Access Datenbank geplant, die das Meer als Archiv und Speicher menschlichen Fehlverhaltens abbildet, einschlägige Werke einer brei-ten Öffentlichkeit zur Verfügung stellt und sie als Denkbilder gesellschaftlicher Ver-antwortung zugleich selbst archiviert.
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  • _Maritime Räume _Kunst und Ökologie _Künstlerische Konzepte zum Thema Umweltverschmutzung im globalen Zeitalter

Projektteam


Beteiligte Einrichtungen