„Ich will das Brot mit den Irren teilen, täglich ein Stück von dem großen Entsetzen". Ver_rückte Bibelrezeptionen in Kunst und Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts dis/abilitykritisch gedeutet.
Laufzeit: ab 01.04.2025
Kurzfassung
Geht man von der kulturprägenden Wirkung der Bibel aus, muss sich die Theologie ebenso wie andere Geistes- und Kulturwissenschaften fragen (lassen), inwieweit sie über Jahrhunderte zu einer Konstruktion von Differenzvorstellungen beigetragen und beispielsweise binäre Gegensätze von normal/abweichend und behindert/nicht behindert entscheidend mitgeformt hat. Daraus ergibt sich auch für die Bibelwissenschaften die Aufgabe, biblische Texte ebenso wie ihre Rezeption auf solche...Geht man von der kulturprägenden Wirkung der Bibel aus, muss sich die Theologie ebenso wie andere Geistes- und Kulturwissenschaften fragen (lassen), inwieweit sie über Jahrhunderte zu einer Konstruktion von Differenzvorstellungen beigetragen und beispielsweise binäre Gegensätze von normal/abweichend und behindert/nicht behindert entscheidend mitgeformt hat. Daraus ergibt sich auch für die Bibelwissenschaften die Aufgabe, biblische Texte ebenso wie ihre Rezeption auf solche Differenzkonstruktionen hin zu befragen. An biblischen Beispielen zum Thema „Wahnsinn und Ekstase“ und ihrer Rezeption in Kunst und Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts (z.B. Christine Lavant [1915–1973]; Michail Wrubel [1856–1910]) soll daher im Sinne der Dis/ability Studies untersucht werden, inwieweit diese einerseits zur Konstruktion gesellschaftlich-kultureller Normalitätsvorstellungen beigetragen haben, andererseits dahinter aber auch ein subversives Potenzial gegenüber normalisierenden Diskursen zu entdecken ist. Ausgehend von der Theorie der trilemmatischen Inklusion von Mai-Anh Boger wird der ambigue Begriff des Irreseins / der Ver_rücktheit im Spannungsfeld von Dekonstruktion, Normalisierung und Empowerment verstanden.» weiterlesen» einklappen