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Permanente Miktionsstörungen nach mesorektaler Exzision - Prospektive Untersuchung mit kontrolliertem Nervenerhalt

Laufzeit: 01.01.2007 - 31.12.2007

Kurzfassung


Auch nach potentiell nervenerhaltender mesorektaler Exzision werden bei unterschiedlich zusammengesetzten Patientenkollektiven Blasenfunktionsstörungen bis zu 32% erfasst. Grundlegende Untersuchungen weisen auf eine mögliche Regenerationsfähigkeit verletzter autonomer Nerven oder den funktionellen Ausgleich durch unversehrte Nervenbahnen hin. Klinisch bleiben die Dauer der Funktionsstörungen und der langfristige Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten bislang häufig ungeklärt.
Ziel der...
Auch nach potentiell nervenerhaltender mesorektaler Exzision werden bei unterschiedlich zusammengesetzten Patientenkollektiven Blasenfunktionsstörungen bis zu 32% erfasst. Grundlegende Untersuchungen weisen auf eine mögliche Regenerationsfähigkeit verletzter autonomer Nerven oder den funktionellen Ausgleich durch unversehrte Nervenbahnen hin. Klinisch bleiben die Dauer der Funktionsstörungen und der langfristige Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten bislang häufig ungeklärt.
Ziel der vorliegenden prospektiven Untersuchung war es zu prüfen, welche der nach mesorektaler Exzision auftretenden Miktionsstörungen sich im Verlauf bessern bzw. als permanent anzusehen sind. In vorliegender Untersuchung sollte der Aussagekraft auch im Hinblick auf die langfristige Blasenentleerungsstörung nachgegangen werden.
Von insgesamt 10 Patienten (10/61) mit postoperativer kategorialer Verschlechterung der Miktionsfunktion (IPSS) hatten 6 eine schwere Blasenentleerungsstörung mit Notwendigkeit der Langzeitkatheterisierung. Für 4 dieser 6 Patienten besserte sich die Symptomatik im Langzeitverlauf. Die Harnableitung war bei 3 dieser 4 Patienten für maximal 4 Monate notwendig. Bei 2 von 6 Patienten mit neurogener Blase verblieb nach Entfernung des Blasenkatheters eine langfristige Miktionsstörung. Bei 4 Patienten mit postoperativ mittelgradiger Miktionsstörung (IPSS 9-15), 3 Frauen mit Stressinkontinenz und einem Mann mit Blasenentleerungsstörung, besserten sich die Symptome auch im Langzeitverlauf (14-34 Monate) nicht.
Nach der vorliegenden Studie ergibt sich eine permanente Miktionsstörung bei 10% der Patienten. Für die betroffenen 6 Patienten, 2 Männer und 4 Frauen, war der Einfluss auf die Lebensqualität nachweisbar (Qol 3-6).
Bei 5 der 6 Patienten mit permanenter Miktionsstörung wies das Ergebnis der intraoperativen Neurostimulation auf einen parasympathischen Innervationsverlust der Harnblase hin. Die Vernetzung autonomer Nerven im Bereich des Plexus hypogastricus inferior macht die Kompromittierung auch sympathischer Fasern wahrscheinlich.
Zusammenfassend zeigt die Untersuchung, dass bei Patienten mit frühpostoperativen Miktionsstörungen nach TME auch mit langfristigen, die Lebensqualität der Patienten beeinflussenden, neurogenen Blasenfunktionsstörungen zu rechnen ist. Die zu erwartende Weiterentwicklung der Stimulationstechnik und verbesserte Sensitivität der Erfolgsmessungen lassen eine aussagekräftige intraoperative Überprüfung der autonomen Innervation von Beckenorganen zu. Im Sinne der Primärprävention kann ein Neuromonitoring der Verbesserung der nervenerhaltenden Operationstechnik dienen. Sekundär präventiv sollten intraoperative qualitative Einschätzung des erreichten Nervenerhalts und frühzeitige Erfassung postoperativ auftretender Miktionsstörungen durch Einleitung kausaler urologischer Therapie die Prognose der Miktionsstörungen verbessern.

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