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Prospektive Studie zum Risiko männlicher urogenitaler Funktionsstörungen nach kontrolliert nervenerhaltender TME und Dissektion vor der Denonvillier´schen Faszie

Laufzeit: 01.01.2007 - 31.12.2007

Kurzfassung


Die extramesorektale anteriore Dissektion ist bei Patienten mit Rektumkarzinom onkologisch adäquat; wobei eine Kompromittierung der postoperativen urogenitalen Funktion durch erhöhtes Risiko der Verletzungen autonomer Beckennerven vermutet wird. Ziel einer prospektiven Untersuchung war es die Rate männlicher genitaler Funktionsstörung nach TME unter Mitnahme der Denonvillierschen Fascie zu bestimmen. Geklärt werden sollte inwieweit genitale Funktionsstörungen mit frühpostoperativen Störungen...Die extramesorektale anteriore Dissektion ist bei Patienten mit Rektumkarzinom onkologisch adäquat; wobei eine Kompromittierung der postoperativen urogenitalen Funktion durch erhöhtes Risiko der Verletzungen autonomer Beckennerven vermutet wird. Ziel einer prospektiven Untersuchung war es die Rate männlicher genitaler Funktionsstörung nach TME unter Mitnahme der Denonvillier´schen Fascie zu bestimmen. Geklärt werden sollte inwieweit genitale Funktionsstörungen mit frühpostoperativen Störungen der Blasenfunktion einhergehen und welche Aussage eine intraoperative elektrophysiologische Überprüfung der Nervenfunktion ermöglicht.
Eine konsekutive Serie von 44 Männern mit Rektumkarzinom, operiert durch dasselbe Team, wurde analysiert. Die Dissektion erfolgte scharf ohne Diathermie. Nach abgeschlossener TME erfolgte intraoperativ die beidseitige funktionelle Neurostimulation mit intravesikaler Blasendruckmessung. Die urogenitale Funktion wurde anhand des Internationalen Prostata Symptomen Score (IPSS) und dem Internationalen Index Erektiler Funktion (IIEF) evaluiert. Nach Ausschluß von 18 präoperativ impotenten Männern (IIEF-Kriterien) wurden 26 Patienten jüngeren Alters (Median; Streubreite in Jahren: 63; 27-70 vs. 71; 47-84; p=0,004) eingeschlossen. Die Nachbeobachtungszeit zum Zeitpunkt der Evaluation der genitalen Funktion lag bei 23 Monaten im Median (4 – 41 Monate).
Nach intraoperativer Neurostimulation und funktionellem Monitoring wurde der komplette Erhalt der autonomen Beckennerven für 21 Patienten (80,8%) als komplett eingeschätzt (IIEF Mittelwert: 54.2; Standardabweichung: 16,9).
Eine frühpostoperativ verschlechterte Blasenfunktion (mediane Nachbeobachtung 1 Monat) wurde bei 6 Patienten (23,1%) erfasst. Die bei 7 Patienten (26.9%) bestehende genitale Dysfunktion (IIEF: Mittelwert: 12.4; Standardabweichung: 7,2) war bei 4 Patienten (57%) mit Miktionsstörungen assoziiert. Trotz extramesorektaler Dissektion vor der Denonvillier´schen Faszie war die Rate sexueller Funktionsstörung bei Patienten mit Tumoren die nicht im ventralen Rektumquadranten saßen niedrig (1/10). Sie lag höher bei Tumorinfiltration des anterioren Quadranten (6/16; 38%).
Die intraoperative Neurostimulation mit Monitoring des Blasendruckes hatte eine höhere Sensitivität bei der Vorhersage von Blasenfunktionsstörungen im Vergleich zur Vorhersage erektiler Dysfunktion (67% vs. 43%).
Eine wichtige Feststellung ist, dass 4 der 21 Patienten mit intraoperativ bestätigtem Nervenerhalt (15.4%) zusätzliche Risiken für die aufgetretenen genitalen Funktionsstörungen aufwiesen (Tumorprogress, multimodale Therapie, Stoma, postoperative pelvine Inflammation, Diabetes, Beta-Blocker). Die Ergebnisse für Spezifität und Genauigkeit lagen bei 95% vs. 90%, und 89% vs. 77%. Die Übereinstimmung zwischen den Ergebnissen der Neurostimulation und der Blasenfunktion war gut (Kappa: 0.66). Die Übereinstimmung mit den Ergebnissen zur genitalen Funktion war befriedigend (Kappa: 0.36).
Die nervenerhaltende TME mit extramesorektaler Dissektion vor der Denonvillier´schen Faszie geht insbesondere auch für außerhalb des ventralen Quadranten sitzende Karzinome nicht zwangsläufig mit erhöhter Rate an urogenitalen Dysfunktionen einher. Patienten mit negativem Neurostimulationsergebnis oder postoperativen Miktionsstörungen unterliegen einem erhöhten Risiko postoperativer genitaler Dysfunktion was für die Primär- und Sekundärprävention von Bedeutung ist.
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