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Die Vermessung der Geopolitik: Ordnungsmodelle in Perspektive. Dr. Sascha Werthes im Gespräch

Politikwissenschaftlicher Jahresrückblick 2025 des Trierer Institut für Demokratie- und Parteienforschung. Bd. n.a. H. n.a. Trier: Trierer Institut für Demokratie- und Parteienforschung 2025 S. 58 - 64

Erscheinungsjahr: 2025

Publikationstyp: Zeitschriftenaufsatz (Forschungsbericht)

Sprache: Deutsch

Doi/URN: 10.25353/ubtr-b626-21ca-4e95

Volltext über DOI/URN

Website

Inhaltszusammenfassung


Letztes Jahr im November wurde Donald Trump wiedergewählt und die Politik seiner Administration sorgt nicht nur innerhalb der USA für starke Veränderungen. Wir sprechen davon, dass sich durch, aber nicht nur, die außenpolitische Neuausrichtung der USA vieles im internationalen Raum ändern wird. Ihre Forschung betrachtet globale Ordnungsmodelle. Daher erst einmal die Frage, was ist eine Weltordnung und welche Ordnungsmodelle gibt es? Sascha Werthes: Sehr verkürzt kann man vielleicht zunächs...Letztes Jahr im November wurde Donald Trump wiedergewählt und die Politik seiner Administration sorgt nicht nur innerhalb der USA für starke Veränderungen. Wir sprechen davon, dass sich durch, aber nicht nur, die außenpolitische Neuausrichtung der USA vieles im internationalen Raum ändern wird. Ihre Forschung betrachtet globale Ordnungsmodelle. Daher erst einmal die Frage, was ist eine Weltordnung und welche Ordnungsmodelle gibt es? Sascha Werthes: Sehr verkürzt kann man vielleicht zunächst einmal sagen, dass empirische Beschreibungen oder politische Vorstellungen von so etwas wie „Weltordnung“ darum bemüht sind, diejenigen Regeln, Institutionen, Rechte und Normen zu benennen, welche als Quasi-Konstanten Beziehungs- und Handlungsmuster hervorbringen und aufrechterhalten. Mit Weltordnung beschreiben wir also Beziehungsmuster und Elemente, welche strukturierende Stabilität und letztlich auch eine Verringerung von Gewaltanwendung versprechen. Dabei stellt sich schnell die Frage, wer in einer globalisierten, interdependenten Welt überhaupt für Ordnung sorgen kann und auf welchen normativen Bezugsrahmen man sich konsensual beziehen könnte. Wenn man sich nicht nur auf einen räumlichen Ausschnitt wie Europa bezieht, sondern versucht global zu denken, lassen sich idealtypisch mindestens drei Modelle unterscheiden: Erstens eine hegemoniale Ordnung mit einem hierarchischen Zentrum, das mittels Zwang Ordnung durchsetzt; Zweitens eine Ordnung mit mehreren Machtpolen, die sich im Gleichgewicht oder Ungleichgewicht miteinander befinden. Realpolitisch betrachtet, entsteht Stabilität, eventuell auch so etwas wie antagonistische Kooperation, hier, wenn sich die Pole in einem Mächtegleichgewicht befinden. Damit einher gehen zumeist Vorstellungen von politischen Einflusssphären in denen regionale Hegemone oder auch Groß- mächte jeweils dominieren; und schließlich ist ein drittes, idealistischeres Modell denkbar: eine konsensbasierte bzw. konstitutionelle Ordnung. Illustrativ hierfür wären multilaterale Versuche, Weltordnung mittels und innerhalb von universalistischen Organisationen wie beispielsweise dem Völkerbund oder den Vereinten Nationen zu realisieren, die über gemeinsam erarbeitete Prinzipien, Normen und Institutionen regelbasierte Stabilität schaffen. (:::)» weiterlesen» einklappen

Schlüsselwörter


  • Geopolitik
  • Weltordnung
  • Global Order
  • Liberal International Order
  • LIO
  • Weltordnungsdiskurse

Autoren


Minas, Marius (Autor)
Drewes, Oliver (Autor)

Klassifikation


DFG Fachgebiet:
1.23-04 - Politikwissenschaft

DDC Sachgruppe:
Politik

Verknüpfte Personen


Beteiligte Einrichtungen